7. September 2014: Wir feiern heute den alljährlichen „Tag der Freunde“, der inzwischen eine lange Tradition hat. Der Himmel freute sich mit uns und hatte Petrus motiviert, uns mit gutem Wetter zu beschenken.

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Das Thema dieses Festtages ist natürlich immer irgendwie die Gemeinschaft in den Grenzen des Klosters und über die Grenzen des Klosters hinaus.

Abt Friedhelm ging diese Thematik in seiner Predigt natürlich von den biblischen Texten der Tagesliturgie her an. Dabei akzentuierte er nicht so sehr das gängige (und gefällige) Wort „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“, sondern mehr die herberen Worte vom Wächterauftrag des Propheten und der brüderlichen Zurechtweisung. Notwendig sei es, „sich nicht selbst zu verfehlen“, sondern aus der gefundenen Mitte seiner selbst zu agieren und zu reagieren. In einer so gelebten Mitte ist die Freiheit der Gelassenheit zuhause. Er ergänzte das mit einer Geschichte von Anthony de Mello. Wer den Bruder liebt, wie er ist – ob nun gut oder schlecht – öffnet ihn für den Prozess, dass er sich selbst mehr und mehr zum Guten hin verändert.

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Sr. Ruth Lazar OSB aus der Abtei Alexanderdorf (südlich von Berlin) hatte sich das Thema „Eine Kirche der Armen, eine Kirche für die Armen. Die benediktinische Variante“ für den geistlichen Vortrag am Nachmitag gewählt. Eindeutig erklärte sie, dass Armut an sich kein Ideal ist, sondern zu überwinden ist. Der Arme ist nicht gut, weil er arm ist; der Reich nicht schlecht, weil er reich. Die benediktinische Variante ist die Verpflichtung auf die Gemeinschaft hin. Die Gemeinschaft ist die Herausforderung aus der Isolation des Egoismus und gleichzeitig die Zusicherung des je Nötigen. In dieser Sicht wird nicht jeder über ein und denselben Leisten geschustert, sondern ein jeder erhält das, was er nötig hat. Die individuellen Bedürfnisse sind verschieden. Wichtig ist die innere Freiheit, die den Einzelnen selbstkritisch sein lässt und gleichzeitig weit für den Anderen macht. Sr. Ruth rundete ihre Ausführungen mit einem Gedanken des früheren Jesuitengenerals Arrupe ab, der in alle möglichen Variationen hinein durchbuchstabiert werden kann: Alle (Jesuiten) müssen für die Armen arbeiten. Viele (Jesuiten) müssen mit den Armen arbeiten. Einige (Jesuiten) müssen wie die Armen leben.

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Musikalisch wurde der Tag vom Ökumenischen Chor Roetgen unter dem Dirigat von Herrn Emonds und von der Inde-Blasmusik unter Herrn Beyer begleitet. In der Vesper haben zwei Oblaten Orgel und Querflöte gespielt. Der Chor gestaltete die Messfeier mit und das Blasorchester sorgte für Stimmung und Schwung in einem Platzkonzert.

Die Kinder konnten sich biblische Geschichten erzählen lassen, aber de facto wurde das Angebot von Erwachsenen angenommen. Die Kinder vergnügten sich lieber beim Schminken, in der Hüpfburg oder – besonders beliebt! – als Aushilfskellner.

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Die reichen Kuchenspenden verdienen einen besonderen Dank. Aber danken müssen wir allen Freunden, die an diesem Tag aus nah und fern gekommen sind, den Helfern aus dem Freundeskreis… und auch jenen, die in Gedanken, Telefonaten und Mails sich zu uns herüber „beamten“. Danke für Ihrer aller Freundschaft.