Rundbrief Sommer 2007

Liebe Freunde der Abtei Kornelimünster!

Die Jahresmitte und die bevorstehende Urlaubszeit sind ein willkommener Anlass, Ihnen einen Gruß zu schreiben. Was für den liturgischen Tag unseres Klosters das Mittagsläuten und die Mittagshore sind, das sind im Jahresalltag der Arbeitswelt die Sommerferien. Es gilt, zwischendurch innezuhalten, sich zurückzuholen in die Mitte, aus der neue Kraft wächst, und den Tages- und den Lebenslauf in seinem Tempo und seiner Zielrichtung neu zu justieren. Diese Mitte von Tag und Jahr als Zeitgeschenk zu nutzen und sie nicht als und im “Zeitvertreib” vorbeiplätschern zu lassen, verwandelt die Ferienzeit zum Fest. Feiern wir uns durchaus selbst: dass es uns gibt und dass wir wertvoll sind, ohne dass wir etwas “tun”.

Viele von Ihnen können unsere Website im Internet aufrufen und sich kontinuierlich in den “Kurznachrichten” über das Geschehen in der Abtei informieren. Anderen ist das nicht möglich. Für einen gedruckten Rundbrief erhebt sich da immer die Frage, worauf soll der Chronist die Nachrichten des Briefes konzentrieren.

Ostern: Als Gemeinschaft, die den Glauben und die Freude an Gott als ihre Mitte versteht, müssen und dürfen wir sagen, dass das uns Wichtigste in der ersten Jahreshälfte das Osterfest war. Das wird jedes Jahr so gesagt werden können. Aber die jährliche Wiederkehr sollte ja nicht zur Verflachung führen. Das Vertraute und Gewohnte kann ja gerade in seiner Wiederkehr als besonderes Zeichen der Treue hohen Glanz haben. Und natürlich haben wir uns sehr darüber gefreut, dass alle unsere Kar- und Ostergottesdienste sehr gut besucht waren. Wir erleben das dankbar als Hinweis, dass unsere doch recht “strenge” Liturgie viele Menschen anspricht.

Zu Christi Himmelfahrt hat uns nach einem Jahr der Prüfung unser Postulant Guido Bartels wieder verlassen, um als Priester in den Dienst des Bistums Paderborn zurückzukehren. Der Gedanke an die seelsorgliche Arbeit in der Pfarrei hat ihn durch dieses Jahr hindurch begleitet, so dass ihm das volle Einleben in das Klosterleben nicht gelungen ist. Der Abschied ist beiden Seiten nicht leicht gefallen, weil wir sehr viel Gutes aneinander gefunden hatten. Wir sind Guido Bartels dankbar für das Jahr, das er mit uns verbracht hat und wünschen ihm, dass er nun neu und gut in der Gemeindearbeit Fuß fasst.

Mit großem Interesse haben wir das Papier “Gemeinsam dem Evangelium dienen” der deutschen Bischöfe gelesen, das sie am 1. Februar zum Tag der geistlichen Berufe veröffentlicht haben. Gemeinsam mit den Orden haben sie es erarbeitet. Ziel des Papieres ist, die Zusammenarbeit zwischen der diözesanen Kirche und den Ordensgemeinschaften auf allen Ebenen weiterzuentwickeln und zu verstärken. Über die monastischen Gemeinschaften heißt es in diesem Papier: “Die monastiche Lebensform eröffnet mit ihrer zuverlässigen Beheimatung an einem konkreten Ort, mit ihrer Liturgie und ihren Gästehäusern einen bedeutsamen Raum, in dem suchende Männer und Frauen ihre Berufung zum Leben in der Kirche und zur Nachfolge Christi entdecken, einüben und vertiefen können. … Für viele geistlich suchende Menschen heute nehmen deshalb Klöster und geistliche Gemeinschaften die Aufgabe einer mystagogischen Hinführung zu Glaubenserfahrung und einer christlichen Initiation wahr, die sie in Familie, Schule oder Parrei nicht mehr erfahren haben.” Diese Aussage deckt sich weitgehend mit unserer Erfahrung und unserer Zielsetzung, ein “Haus der Glaubensbegegnung” zu sein.

Umbau: Mit der Unterschrift unter den Vertrag mit der Simon Bauträger GmbH für die Ausführung der Umbauarbeiten im Paradiesbereich der Abteikirche und in dem uns weiterhin gehörenden Teil des Altbaus ist der lange Weg vom Verkauf des Altbaus über die verschiedenen Phasen der Ideen und Planungen, der Kalkulationen und der Verhandlungen zur Durchführung des Vorhabens über die letze Hürde hinweg gekommen. Der Weg zu diesem Punkt zog sich um etliches länger hin, als wir gedacht hatten, aber jetzt haben wir den Eindruck, dass das Ergebnis sehr gut sein wird. Dankbar sind wir für die kompetente Begleitung und Beratung durch die Immobilienfirma Pro Secur (Verkauf Altbau) und die Architekten E. Sommer (Planung Umbau) und D. Krull (Controlling) bis zu diesem Punkt. Die gute Erfahrung gibt uns auch ein gutes Gefühl für die Durchführung der Bauarbeiten. Am 4. Juni wurden die Arbeiten dann konkret aufgenommen. Der Zeitplan sieht vor, sie in einem halben Jahr abschließen zu können.

Die Heiligtumsfahrten in Aachen und Kornelimünster (01. bzw. 02. bis 10. Juni), die seit 1349 im Siebenjahres-Rhythmus gefeiert werden, haben wir als normale Pilger mitgefeiert. Abt Albert war dabei von Propst Vienken bei der Eröffnung in Kornelimünster und am Sonntag, 10. Juni, zur Konzelebration eingeladen. Seit der Aufhebung der Reichsabtei 1802 hat die Pfarrgemeinde des Ortes die Verantwortung für die hiesigen Reliquien. Damit hat sie auch die Planung und Durchführung in den Händen. - Für eine “Statio” hatten sich bei uns eine Fahrradgruppe der Kath. Hochschulgemeinde und eine große Gruppe “Öcher Platt” angemeldet. Eine Gruppe Jugendreferenten aus der Diözesan-Region Düren hatten bei uns drei Tage Ausgangsquartier für Fußwallfahrten zu den Heiligtümern in Aachen und Kornelimünster genommen. - Konventsintern ist es selbstverständlich, dass wir an den Hauptfeiern der Kornelimünsteraner Wallfahrt teilnehmen. Als stilles Angebot “im Hintergrund” sprechen in unserer Kirche die großen Bilder von Janet Brooks-Gerloff über die Kornelimünsteraner Reliquien. Sie entstanden als unser Beitrag zum Katholikentag und zur Heiligtumsfahrt 1986. Ein Glasfenster von Ernst Jansen-Winkeln von 1956 zeigt darüber hinaus die Übergabe der Reliquien durch Kaiser Ludwig den Frommen Benedikt von Aniane bei der Gründung des Klosters (814/817). Herr Ernst Hönings hat im Rahmen einer kleinen Arbeit “Bilder der Zeichen des Heils. Zugänge zu den biblischen Heiligtümern ind Kornelimünster” (Hg.: Hauptabteilung Pastoral … Generalvikariat Aachen, 2007) auch den Bildern in unserer Kirche größeren Raum geschenkt.

Und jetzt ganz einfach:

Einladung
Sonntag, 5. August
Tag der Freunde
Feier des 25. Jahrestages der Abtsweihe von Abt Albert
10:30 Pontifikalamt
16:00 Vesper

Besondere Einzeleinladungen zum Fest wollen wir nicht aussprechen. Wir möchten den Tag als “Familienfest” verstehen, zu dem alle herzlich eingeladen sind, die dem Kloster und/oder Abt Albert verbunden sind.

Vielleicht möchte aber der eine oder andere in diesem Jahr und zu dieser Gelegenheit kommen, der in anderen Jahren nicht gekommen ist. Da wäre es schon hilfreich, wenn Sie uns eine kurze Rückmeldung zukommen ließen, ob und mit wievielen Personen Sie voraussichtlich kommen möchten. Mit Ihrer Rückmeldung versichern Sie sich auch ein wenig, dass Eintopf., Kaffee und Kuchen einigermaßen korrekt kalkuliert werden. Am besten melden Sie sich sofort, spätestens aber, bitte, bis zum 15. Juli.

Ich bitte darum, auf persönliche Geschenke zum Abtsjubiläum zu verzichten. Wenn Sie einen Beitrag für den neuen “Festsaal” schenken könnten, der zwischen den Aufgängen des Paradieses zur Kirche entstehen soll und in dem künftig z.B. der Frühschoppen stattfinden soll, wäre ich Ihnen sehr dankbar. - Zum 80. Geburtstag von Frater David hatte er um “einen Farbtopf” für einen neuen Kirchenanstrich gebeten. Die Geschenke und die Aufgabe sind nicht vergessen. Sie stehen nach dem Umbau auf der Prioritätenliste der großen Vorhaben ganz oben.

Abt Albert und alle Mitbrüder aus Kornelimünster