Rundbrief Sommer 2013

Soviel du brauchst: Unter diesem Leitwort fand vom 01.–05. Mai in Hamburg der 34. Deutsche evangelische Kirchentag statt. Ob dieses Wort ein Leitwort für uns über den Sommer werden kann? Die Ferienzeit beginnt, viele machen sich auf den Weg, um sich an Leib und Seele zu erholen. Die einen verbringen die Ferien in der Heimat, im Garten, auf dem Balkon, andere zieht es in die nähere oder weitere Ferne. Was brauche ich, um mich zu erholen? Was ist Not-wendig?

Soviel du brauchst: Der eine sucht das Extreme, die andere die Stille, die eine braucht Kultur, der andere erholt sich in der Natur – soviel und auf welche Art und Weise es ein jeder nötig hat.

Soviel du brauchst: Dieses Wort lässt die Kapitel 33 und 34 der Regel Benedikts anklingen. „Alles Notwendige dürfen sie (die Mönche) vom Vater des Klosters erwarten“ (RB 33,5). Was aber ist Not–wendig? Benedikt sagt im Kapitel 34, dass Rücksicht auf die Schwächen der einzeln genommen werden soll (vgl. RB 34,2) um im nächsten Vers fortzufahren: „Wer weniger braucht, danke Gott und sei nicht traurig. Wer mehr braucht, werde demütig wegen seiner Schwäche und nicht überheblich, wegen der ihm erwiesenen Barmherzigkeit. So werden alle Glieder der Gemeinschaft im Frieden sein“ (RB 34,3-5).

In einer Gesellschaft, in der es häufig um immer mehr geht, um „höher, schneller, weiter“, kann man sich von diesem Wort „Soviel du brauchst“ in guter Weise in Frage stellen lassen. Es geht um einen verantwor- tungsvollen Umgang mit den eigenen Kräften, mit den Ressourcen der Natur, um einen Ausgleich in allem. Und nicht zuletzt: Soviel du brauchst ist eine Verheißung und Herausforderung sich um Zeiten der Stille und Besinnung zu bemühen, auch und gerade in der Ferienzeit. Das erste Wort der Regel Benedikts darf in die Hand genommen werden, ins Herz geschlossen und immer neu ausprobiert werden: Höre! In den Ferien gibt es viele Orte und Zeiten sich diesem Hören zu stellen, immer neu. So kann ich von neuem zu Gott, zu mir selber und zum Menschen finden.

Nimm dir Zeit, nimm dir Raum für die Begegnung. – Soviel du brauchst.

Abt Friedhelm Tissen OSB


Liebe Freundinnen und Freunde von Kornelimünster,

das frühe Osterfest mit seinem Rundbrief führt in diesem Jahr dazu, dass wir einen Rundbrief im Sommer versenden.

Freuten wir uns zu Ostern über den Zuwachs durch einen Postulaten, so verließ uns der Postulant ebenso wie unser Novize. Wir danken ihnen für die Zeit, die sie bei uns verbracht haben. Für ihren weiteren Lebensweg wünschen wir den beiden alles Gute und Gottes Segen.

Nach langer Zeit der Vorbereitung konnten wir unsere Homepage in neuem Gewand frei schalten. Über die positiven Rückmeldungen haben wir uns sehr gefreut. Vor allem Fr. Antonius und Fr. Daniel haben sich von unsererSeite aus um die Neugestaltung bemüht. P.Albert führt die Homepage in gewohnter Weise weiter.

Im Frühjahr hatten wir neben einem regen Gästebetrieb auch außergewöhnliche Gäste: Zwei Pilger nach Santiago, die mit einem Esel unterwegs waren. Bischof Heinrich Mussinghoff lud die Priester und Diakone des Bistums Aachen am 10. Juni zu einem Begegnungstag in unser Haus ein. Gut 100 Kleriker kamen. Neben geselliger Begegnung gab es einen Vortrag von Prof. Karl-Heinz Menke ausBonn. Beschlossen wurde der Tag mit der Feier der Vesper in unserer noch „frischen“ Kirche. Es war eine Ehre für uns, dass dieser Tag bei uns durchgeführt wurde.

Bereits am 24. Mai gab es eine Wanderung im Rahmen des Dialog–Prozesses mit Weihbischof Johannes Bündgens. Die Wanderung durch das Münsterländchen mit knapp 30 Teilnehmern startete und endete bei uns.

Am 28. Mai führte uns unser Konventausflug nach St. Augustin. An der dortigen Hochschule lehrt Fr. Antonius seit einigen Jahren Altes Testament. Der Abend klang bei einem Abendessen in einem Restaurant aus.

Vom 16.–18. Juni begleitete uns Dr. Günther Bartczek durch einen Geistlichen Tag, in dessen Mittelpunkt Texte aus dem Alten und Neuen Testament standen.

Fr. Egilhard hatte Gelegenheit für zwei Tage zum Eucharistischen Kongress nach Köln zu fahren.

Und noch von einem Großereignis gibt es zu berichten: Am 29. Juni feierten gut 200 „Biker“–Motorradfahrer mit Abt Friedhelm eine Messe in unserer Kirche, um dann zu einer Tour durch die Eifel zu machen.

Unser Haus auf der anderen Straßenseite haben wir erneut an die Stadt Aachen vermietet. Sie war auf der Suche nach einem Haus, um u. a. Asylbewerber unterbringen zu können. Die ersten Familien sind bereits eingezogen. Wir heißen sie herzlich willkommen!

Anfang Juli wurde ein Gerüst um unseren Treppenturm aufgebaut. Die Holzteile waren morsch geworden; jetzt werden sie durch Aluminium ersetzt.

Seit dem 1. Juli haben wir unsere Tagesordnung geändert. Die Vigilien und die Arbeitszeit am Morgen und Nachmittag beginnen eine halbe Stunde später. Dadurch möchten wir eine Anregung der letzten Visitation aufgreifen und uns mehr Zeit für die Geistliche Lesung ermöglichen.

Auch unsere Mitbrüder machen Ferien: Fr. David war im Juni eine Woche bei seinem jüngsten Sohn – Fr. David wurde in diesem Jahr zum fünften Mal Urgroßvater -, P. Georg und P. Albert machten Ferien, Abt Friedhelm konnte einen Exerzitienkurs in Österreich mit einigen Ferientagen verbinden. So schöpfen wir Kraft für den Alltag.

Wir möchten Sie einladen zum diesjährigen Tag der Freunde am 08. September. Wir beginnen wie üblich mit dem Hochamt um 10:30 Uhr. Für Speise und Trank ist gesorgt. Ein Geistliches Wort wird Pfr. Harald Fenske aus der Evangelischen Gemeinde Korne- limünster-Zweifall an uns richten. Gerätschaften für Kinder werden da sein, ein Feuerwehrauto ist zu bestaunen und für musikalische Unterhaltung ist gesorgt. Für das Wetter sind wir nicht verantwortlich, hoffen aber auf jeden Fall auf zahlreichen Besuch und viele Begegnungen!

Für die Sommerzeit wünschen wir allen erholsame Tage und Wochen. Vielleicht führt der Weg die eine oder den anderen zu uns ins Haus. Zu allem wünschen wir Ihnen viel Freude und Gottes Segen!

Von Herzen grüßen Sie
Ihre Mönche der Abtei Kornelimünster