Zu den Altarbildern von Janet Brooks-Gerloff

Elija

Der biblische Text zu den Bildern

1Könige 19: 1 Ahab erzählte Isebel alles, was Elija getan, auch daß er alle Propheten mit dem Schwert getötet habe. 2 Sie schickte einen Boten zu Elija und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das antun, wenn ich morgen um diese Zeit dein Leben nicht dem Leben eines jeden von ihnen gleich mache. 3 Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten. Er kam nach Beerscheba in Juda und ließ dort seinen Diener zurück. 4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein (Bild 1). Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. 7 Doch der Engel des Herrn kam zum zweitenmal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! Sonst ist der Weg zu weit für dich (Bild 2). 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb. 9 Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Was willst du hier, Elija? 10 Er sagte: Mit leidenschaftlichem Eifer bin ich für den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übriggeblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 11 Der Herr antwortete: Komm heraus, und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. 12 Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. 13 Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle (Bild 3). 14 Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elija? Er antwortete: Mit Leidenschaft bin ich für den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übriggeblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 15 Der Herr antwortete ihm: Geh deinen Weg durch die Wüste zurück, und begib dich nach Damaskus! Bist du dort angekommen, salbe Hasaël zum König über Aram! 16 Jehu, den Sohn Nimschis, sollst du zum König von Israel salben, und Elischa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, salbe zum Propheten an deiner Stelle (Bild 4).

Die Übersetzung der Erzählung durch die Malerin Janet Brooks-Gerloff und in persönliche Gedanken

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Verzweiflung drückt Elija nieder.
Er kann nicht mehr.
Er will nicht mehr.
Alles steht gegen den Weg, - die Zukunft, - das Leben.
Er flieht vor der Verfolgung der Königin,
- den Widrigkeiten, - sich selbst.
Gott-verlassen allein, -
Verkrochen in sich selbst -
unter einen Ginster, der Schatten kaum spendet.

 

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 Ein Engel rührt ihn an, - ... ein Engel?
Die Augen öffnen sich ihm
für ein Weniges: Wasser und Brot -
möglicherweise von ihm selbst mitgebracht,
aber er beachtete und achtete es nicht.
Das reicht doch weder vorne noch hinten ...
Nimm das Wenige, was du hast, Elija!
... und das Bisschen reicht für den langen Weg
vierzig Tage und Nächte, - bis zum Gottesberg.

 

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 Geborgenheit sucht Elija am Horeb-Gebirge.
In seine Höhle verkriecht er sich,
sich zu schützen gegen Nacht, Gefahr und überhaupt.
Doch eine Stimme raubt ihm den Schlaf -
eine innere Stimme, die Gottes zu sein behauptet.
Was bringt das hier? Was steht im Weg?
Stehe ich mir selbst im Weg? Was will ich?
Stell dich, Elija! Lausche!
Nicht im Getöse -, im Leisen zeigt sich der Weg.
 

 

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Nur ein Windhauch und Säuseln ...,
aber Elija ist aufgerichtet
und stark schreitet er aus -
in die alte Wüste zurück
und durch die Wüste hindurch
am Ginster von damals vorbei, -
vorbei am Karmel des Sieges über Baal-Propheten, - 
nach Damaskus, einen König zu salben.
... stark schreitet er aus, - unendlich gestärkt.

Abt Albert Altenähr OSB
2004-03-02

Veröffentlichung: Wolfgang Acht, Albert Altenähr, Wilhelm Jansen: Gottsuche. Meditationen zu Bildern von Janet Brooks Gerloff in der Klosterkirche von Kornelimünster und in der Kirche St. Laurentius zu Aachen-Laurensberg, Aachen, Einhard Verlag, 2004

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