27. Juni 2017

Er ließ seine geschwächten Glieder von den Händen seiner Schüler stützen. So stand er da, die Hände zum Himmel erhoben, und hauchte unter Worten des Gebetes seinen Geist aus. || Foto: Daniel Tibi OSB

In seiner Lebensbeschreibung Benedikt von Nursias im „Zweiten Buch der Dialoge über Leben und Wunder der italischen Väter“ beschreibt Gregor der Große den Tod Benedikts wie folgt:

Am sechsten Tag ließ er sich von seinen Jüngern in die Kirche tragen. Dort stärkte er sich durch den Leib und das Blut unseres Herrn für seinen Tod. Er ließ seine geschwächten Glieder von den Händen seiner Schüler stützen. So stand er da, die Hände zum Himmel erhoben, und hauchte unter Worten des Gebetes seinen Geist aus. An diesem Tag empfingen zwei seiner Brüder eine Offenbarung durch ein und dieselbe Schau. Der eine hielt sich im Kloster auf, der andere lebte weiter entfernt. Sie sahen, wie eine Straße von seinem Kloster genau in östlicher Richtung bis zum Himmel reichte. Sie war mit Teppichen belegt und von zahllosen Lampen erleuchtet. Oben stand strahlend ein Mann von ehrfurchtgebietendem Aussehen und fragte sie, für wen dieser Weg sei, den sie sahen. Sie gaben zu, sie wüssten es nicht. Da sagte er zu ihnen: „Dies ist der Weg, auf dem Benedikt, den der Herr liebte, zum Himmel emporsteigt.“ Somit sahen die Jünger, die zugegen waren, den Heimgang des heiligen Mannes mit eigenen Augen. (37,2f.)

Diese Erzählung ist Grundlage eines Gebetes, das wir Mönche jeden Dienstag, dem Wochentag auf den der Tod Benedikts der Überlieferung nach gefallen sein soll, nach der Komplet zu Erinnerung an den Tod unseres Mönchsvaters beten.

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