Brooks Gerloff,

  • 25. März 2016

    25. März 2016 - Karfreitag

    2016 03 25 Karfreitag Grablegung Brooks Gerloff

  • Der „leichte Glaube“. Zu einem Glasfenster von Janet Brooks-Gerloff

    Der „leichte Glaube“
    Zu einem Glasfenster von Janet Brooks-Gerloff

    Der nachfolgende Beitrag ist im Advent 2009, kurz nach der Einweihung des Fensters in der evangelischen Kirche in Kornelimünster, entstanden. Pfr. Fenske hat ihn etwas später im Gemeindebrief der evangelischen Gemeinde veröffentlicht. Das Reformationsjahr 2017 ist ein guter Anlass, das Fenster der evangelischen Kirche und die Bilder in unserer Abtei - beide von Janet Brooks Gerloff -  noch einmal gemeinsam vorzustellen.

     

    Glasfenster von Janet Brooks-Gerloff

    Am ersten Advent 2009 hat die evangelische Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall ein großes Glasfenster eingeweiht, das Janet Brooks Gerloff (+2008) entworfen und in seiner Umsetzung anfangs auch noch begleitet hat. Mit den Bildern in unserer Abteikirche und im Kloster hat Kornelimünster jetzt einen zweiten Zielpunkt für all jene, die sich vom Werk der Künstlerin angesprochen fühlen.

    Das Fenster hat die vier Evangelisten zum Thema, die vom Fluss, der vom Garten Eden ausgeht und in die Welt hineinfließt, umströmt werden.

    Ich möchte dieses letzte Werk Janet Brooks Gerloffs an dieser Stelle zusammen mit dem Emmausbild unseres Klosters in den Blick nehmen. Meine Gedanken werden dabei mehr von mir erzählen als von denen der Künstlerin. Vielleicht wäre Janet Brooks Gerloff sogar überrascht, die beiden Werke in so enge Verbindung gesetzt zu sehen, wie es hier versucht wird. Ganz fern liegt die Verbindung aber nicht, da die Verantwortlichen der evangelischen Gemeinde durch die Bilder in unserem Haus angeregt wurden, die Künstlerin für einen Entwurf des Kirchenfensters anzusprechen.
     
    Wenn ich die Gemälde in unserer Kirche betrachte, dann bewundere ich den kraftvollen Konturenstrich der Personen und die Offenheit, sich in die Weite ihres Gewandes hineindenken und in sie eintauchen zu können. So wenig die Figuren „aus-gemalt“ sind, so sehr sind sie in ihrer – ich möchte sagen: michelangelesken –  „Wuchtigkeit“ ganz geerdet. Sie haben wenig schwebend Leichtes an sich. Sie stehen mit beiden Füßen in dieser Welt.

    Brooks Gerloff Emmaus 

    Die Erdenhaftung der Jünger wird noch einmal gesteigert im Emmausbild. Da ist zum einen die braun-rote Farbgebung der unbestimmt vage gezeichneten Hügellandschaft. Zum anderen ist das Trauerschwarz der beiden Jünger natürlich besonders „niederziehend“.

    Aber auf diesem Bild ist doch auch das ganz Andere präsent, das gerade dieses Bild so faszinierend macht, dass es weit über den lokalen und regionalen Bereich hinaus bekannt wurde. Der unerkannte Begleiter der beiden Jünger auf dem Trauerweg nach Emmaus ist in seinen Konturen so leicht „an-gezeichnet“, dass man an einen Skizzenentwurf denken könnte. Und darüber hinaus ist der Emmausweg-Begleiter Christus unirdisch durchscheinend. Er könnte sich den Jüngern noch verflüchtigen. Er ist mehr Ahnung als Griffigkeit. Er muss sich ihnen noch sehr weit „verdichten“, bis sie die Emmaus-Erfahrung machen. Ist das nur eine historisch damalige Erfahrung von zwei besonderen Individuen? Oder ist das eine Grunderfahrung jeden christlichen Glaubens und seiner Gott- und Christussuche? Das waren bisher mehr oder weniger meine Empfindungen und Gedanken vor dem Emmausbild in unserer Abtei.

    Mit dem Glasfenster in der evangelischen Kirche – weniger als 10 Fußminuten von der Abtei entfernt – tritt ein neuer Aspekt in meine Deutung des Emmausbildes.

    Das Fenster ist von einer inneren Leichtigkeit und Poesie, die ich so in den Bildern der Abtei nicht finde bzw. die ich erst vom Blick auf das Glasfenster her ahnend wahrnehme, - am ehesten in der Christusgestalt des Emmausbildes.

    Die Evangelisten-Figuren selbst sind im wesentlichen nicht anders gestaltet als die Figuren auf den Bildern in der Abtei: weite Gewandung, die Gesichter nur angedeutet und nicht durchgezeichnet. Und doch, - sie wirken leichter.

    Es ist sicher zum einen das ganz andere Medium – Fenster und Glas -, das diese Leichtigkeit aufleuchten lässt. Die Bleiruten sind zarter Strich. Ihr Strömen im Paradiesfluss malt nicht einfach nur Wellenspiel, sondern füllt mehr und mehr den architektonisch vorgegebenen Rahmen … und das ganze denkbare Gottesdienstgeschehen in dem Kirchraum und das Glaubensgefühl der Feiernden und der Betrachter. Im feinen Strich des Bleis sind auch die Evangelisten gezeichnet. Sie sind ganz da, aber viel verhaltener, zurückgenommener als die Personen auf den Bildern in der Abtei. Nur der achtsame Betrachter entdeckt zu Füßen des Markus und des Lukas deren Symbole – Löwe und Stier -, ebenfalls mit den Bleiruten hingestrichelt. Schmunzelnd entdecke ich, dass die Künstlerin den „Malerkollegen“ – Lukas werden schon in der frühen Tradition die ehrwürdigsten Marienbilder zugeschrieben – als Linkshänder gezeichnet hat.

    Zum anderen ist es der Aquarellcharakter der Farbgebung, die in mir das Echo der Leichtigkeit hervorruft. Die Farbe fließt mit den Bleiruten in den unterschiedlichsten Helligkeitsgraden. Die Symbole des Matthäus und des Johannes, Mensch und Adler, sind in diesem Aquarellstil auf das Glas gemalt. Die Aquarelligkeit gibt dem ganzen Fenster das Gefühl einer inneren Durchsicht, ohne dass es banal durchsichtig wird und wirkt.

    Was ergänzt das Fenster in der evangelischen Kirche zu denen in der Abtei? Es lässt mich die Frage nach der Leichtigkeit meines christlichen Selbstverständnisses fragen. Es lässt mich fragen, ob ich den Christus des Emmausbildes nicht auch als Boten des „leichten Glaubens“ verstehen sollte, nicht nur als den, der sich noch verdichten muss. Im Gegenteil, die Jünger sind es, für die eine Verwandlung ansteht. Sie müssen und dürfen lichter und leichter werden. Das wird ihr Emmaus sein.

    Lassen Sie mich eine Schlussbemerkung machen, die Sie vielleicht schmunzeln lässt oder gar zu einem ökumenischen Lachen verführt. Der Einweihungsgottesdienst am 1. Advent war für mich Katholiken natürlich „sehr evangelisch“: ein reiner Wortgottesdienst voller Lieder, Texte, Worte, und der amtierende Pfarrer und die Pfarrerin in strengem Talarschwarz mit Bäffchen. Unsere Sonntagsmesse – zeitgleich! -: farbige Messgewänder, unterschiedliche, „bunte“ Riten, Weihrauch, Kommuniongang. Und nun die Werke von Janet Brooks Gerloff hier und dort. Unsere Bilder wirken auf mich „strenger“, die in der Schwesterkirche „spielerischer“. Mir kam der Gedanke: irgendwie sind die Bilder in unserer Kirche … „evangelischer“, als ich je gedacht habe, - und gleichzeitig: irgendwie ist das Fenster in der evangelischen Kirche … „katholischer“, als ich erwartet hätte. Auch diese meine Perplexität ist eine Form von Ökumene.

    Ich bin stolz auf die Bilder von Janet Brooks Gerloff, die unsere Kirche und unser Haus prägen. Ich freue mich mit der evangelischen Kirchengemeinde, dass sie ein so gelungenes Fenster ihr eigen nennen darf.

    P. Albert Altenähr
    091203

  • Ein Jahr der Barmherzigkeit (Gedicht-Impuls)

    Gerloff 03 leeres Grab hp a

     

    Ein Jahr der Barmherzigkeit

     

    Er wälzte den Stein

    und öffnete das Tor

     

    Jünger ahnten sich ein:

    im Tod ist das Leben

     

    Ewiges Ja des Erbarmens

     

    Albert Altenähr
    Aberdeen, 2015-12-13

    Janet Brooks Gerloff, Das leere Grab, 1986 -
    Abtei Kornelimünster

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